Brandanschläge auf LAB

Aktenzeichen XY: Wer weiß etwas zu Brandanschlag in Braunschweig?

| Lesedauer: 2 Minuten
Zehn Dienstfahrzeuge und ein Anhänger brannten auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig aus. Die Autos waren in der Nacht zum 9. Januar mutmaßlich aus politisch motivierten Gründen in Brand gesetzt worden.

Zehn Dienstfahrzeuge und ein Anhänger brannten auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig aus. Die Autos waren in der Nacht zum 9. Januar mutmaßlich aus politisch motivierten Gründen in Brand gesetzt worden.

Foto: Landeskriminalamt

Braunschweig.  TV-Sendung stellte den Brandanschlag auf die Landesaufnahmebehörde für Asylbewerber vor. Belohnung: 2500 Euro. Auffällig: schwarze Benzinkanister.

Nach den mutmaßlich politisch motivierten Brandanschlägen auf die Landesaufnahmebehörden für Asylbewerber (LAB) in Braunschweig und Hannover im Januar hilft das Fernsehen bei den Ermittlungen. Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ befasste sich am Mittwochabend mit dem Fall.

Auf dem Gelände der LAB in Braunschweig sollen Linksextremisten in der Nacht zu Samstag, 9. Januar, zehn Fahrzeuge und einen Anhänger angezündet haben. Diese brannten aus, Menschen wurden nicht verletzt. Der Schaden beträgt rund ein halbe Million Euro. Auch am Gebäude der Landesaufnahmebehörde in Hannover-Langenhagen wurden damals Brandsätze gefunden. Diese hatten aber nicht gezündet. Die Brandsätze bestanden laut dem Landeskriminalamt (LKA) unter anderem aus mehreren gefüllten 20-Liter-Benzinkanistern.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte damals: „Ich bin geschockt und erschüttert über das Ausmaß der Anschläge und die Rücksichtslosigkeit dieser Täter. Niemand hat in Deutschland das Recht, rücksichtslos und mit purer Gewalt eigene politische Ziele durchzusetzen.“

Bekennerschreiben: „Wir haben das mörderische Abschiebesystem angegriffen.“

Aktenzeichen-Moderator Rudi Cerne wies in der Sendung darauf hin, dass nach der Tat auf der Internetplattform indymedia ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden war, das laut dem LKA auf einen linksextremistischen Hintergrund hindeutete. Dort hieß es unter anderem: „Wir haben das mörderische Abschiebesystem angegriffen.“ Und: „Mit den Transportern werden refugees gegen ihren Willen aus ihren Wohnungen und aus Lagern direkt zu Abschiebeflügen bzw. in den Abschiebeknast transportiert, mitten in der Nacht oder tagsüber aus der Schule. Unsere militanten Aktionen sind ein praktischer Beitrag, um die Abläufe im menschenverachtenden Abschiebesystem wirksam zu behindern.“

Pistorius zufolge wird in Niedersachsen eine „starke Radikalisierung“ der linksextremistischen Szene festgestellt, die sich zu einer „terroristischen Struktur“ entwickele.

Generalstaatsanwaltschaft Celle ermittelt

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle ermittelt wegen Brandstiftung und verfassungsfeindlicher Sabotage und hat eine Belohnung von 2500 Euro ausgesetzt. Moderator Rudi Cerne sagte bei „Aktenzeichen“: „Gesucht werden Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben.“ Es geht um verdächtige Personen und Fahrzeuge – und um mehrere Benzinkanister. „Wem ist aufgefallen, wo sie mit Benzin gefüllt worden sind?“

Hinweise bitte an das LKA unter (0511) 262624280.

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