Das denken Braunschweiger über Homeschooling vor Weihnachten

Braunschweig.  Die Idee, vor Weihnachten vorsorglich ins Homeschooling zu wechseln, um das Ansteckungsrisiko zu verringern, stößt auf ein geteiltes Echo.

Freiwillige Quarantäne vor den Weihnachtsferien, um das Corona-Risiko zu minimieren? Mancher hält das für eine sinnvolle Maßnahme, andere warnen vor einer zusätzlichen Belastung der Eltern.

Freiwillige Quarantäne vor den Weihnachtsferien, um das Corona-Risiko zu minimieren? Mancher hält das für eine sinnvolle Maßnahme, andere warnen vor einer zusätzlichen Belastung der Eltern.

Foto: Medien Service Mueller / imago images

Die Landesregierung in Hannover prüft, die Schulen schon zwei Tage vor Beginn der Weihnachtsferien zu schließen, um das Ansteckungsrisiko an den Weihnachtstagen zu verringern. Die Schüler müssten dann ins Homeschooling wechseln. Letzter Schultag wäre in diesem Fall Freitag, der 18. Dezember – und nicht erst der 23. Dezember. Wie die Braunschweiger diesen Vorschlag bewerten, zeigt unsere Umfrage.

„Weihnachten will niemand allein zu Hause sitzen“, ist sich Studentin Kristina Schwenk sicher. Um das Risiko zu reduzieren, hält die 26-Jährige Homeschooling für eine gute Option – zweifelt aber daran, ob zwei Tage reichen: „Eine ganze Woche wäre vielleicht besser.“ Auch ihre Freundin Franziska Bruns (25) glaubt: „Vor den Feiertagen ins Homeoffice beziehungsweise ins Homeschooling zu wechseln, halte ich für sinnvoll.“

„Ein paar Tage im Warmen wären schön“

Schülerin Ania Cichy (19) wird ihre Familie in Polen in diesem Jahr nicht über Weihnachten besuchen können, das steht schon jetzt fest. Dennoch würde sie sich über Homeschooling freuen: „In der Schule ist es so kalt, weil wir Durchzug haben. Ein paar Tage im Warmen wären schön.“

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Ihre Freundin Julia Swiatkowski (18) aber sagt: „Homeschooling vor den Ferien wäre quasi eine Verlängerung der Ferien und könnte dazu führen, dass mehr Familien verreisen. Das halte ich für kontraproduktiv.“ Und Grundschülerin Emilia Lezius, die am Donnerstag acht Jahre alt wird, hat die Homeschooling-Phase vom Frühling nicht in bester Erinnerung: „Ich möchte nicht nochmal Homeschooling machen, sondern gehe lieber in die Schule, wo ich meine Freunde sehen kann.“

„Bei vielen Eltern ist der Urlaub ausgereizt“

Katrin Fuls-Gerloff vom Vorstand des Stadtelternrats sagt: „Meiner Meinung nach sollte möglichst lange der Präsenzunterricht beibehalten werden, um allen ausreichend Bildungsmöglichkeit zu geben. Bei vielen Eltern ist der Urlaub zudem ausgereizt, sie hätten wieder ein Betreuungsproblem.“

Florian Reetz vom Stadtschülerrat begrüßt den Ansatz und sagt, dass erfahrungsgemäß in den letzten Tagen vor den Ferien ohnehin „ein weniger straffes Programm in der Schulstoffvermittlung gefahren“ werde. Problematisch könnte es jedoch für die Abschlussklassen sein, gibt er zu bedenken.

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