Braunschweiger Studenten: Wie ist die solidarische Stadt möglich?

Braunschweig.  Angehende Architekten laden in der kommenden Woche zu Aktionen ein, etwa auf dem Karstadt-Parkdeck, in der Bruchstraße und in der Innenstadt.

unser Bild vom Parkdeck einmal im Original und auch mit den rein gephotoshopten Menschen.

unser Bild vom Parkdeck einmal im Original und auch mit den rein gephotoshopten Menschen.

Foto: Kyra-Chantal Möller

Wem gehört die Stadt eigentlich? Wer kann mitbestimmen? Wie lässt sich eine Kommerzialisierung des öffentlichen Raums und eine Verdrängung von Schwächeren an die Peripherie verhindern? Und welche Rolle spielen dabei Architekten?

Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich zurzeit Architektur-Studenten der TU Braunschweig. Einige von ihnen laden in der kommenden Woche zu besonderen Aktionen ein. Wie Martin Peschken vom Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt erläutert, geht es um die Aspekte einer solidarischen Stadt. Ein Überblick über die Veranstaltungen.

Von Leerständen, Stadttieren und kulturellen Erfahrungen

Los geht es am Dienstag, 28. Juli, mit dem „Supermarkt der Ideen“ von 15 bis 22 Uhr an der Musikschule, Augusttorwall 5. Das Thema: Leerstände – bei gleichzeitigem Platzmangel in Städten.

Ebenfalls am Dienstag sollen Stadttiere gewürdigt werden – von 15 bis 17 Uhr auf dem Schlossplatz und in der Fußgängerzone, am Mittwoch ab 16 Uhr am Löwengarten im Prinzenpark. „Die Stadttiere teilen ein gemeinsames Problem: ihre Verdrängung und die Zerstörung ihrer Lebensräume“, heißt es in der Ankündigung.

Die solidarische Stadt steht am Mittwoch (Forumsplatz bis Kohlmarkt) und Donnerstag (Prinzenpark bis Hauptbahnhof) jeweils von 9 bis 18 Uhr im Mittelpunkt. Die Studenten sammeln Wünsche, Ideen und Vorstellungen von Bürgern.

Am Freitag ab 11 Uhr ist auf dem Uni-Campus eine „kulturelle Ecke“ zu sehen, die „Cultural Corner“. Studenten sind dann mit einer Pinnwand unterwegs, auf der unter anderem die Erfahrungen arabischer Studenten in Deutschland dargestellt werden. Damit wollen sie andere ermuntern, sich für verschiedene Kulturen zu öffnen.

Luxuswohnen, Mieterrechte und Digitalisierung des Verkehrs

Am Freitag, 31. Juli, geht es um den Gegensatz von Luxuswohnen und Wohnungsnot. Beginn ist um 13 Uhr in der Gaußstraße 17. An der Kreuzung Rebenring/Hans-Sommer-Straße wird am Freitag ab 14 Uhr die „ungerechte Hierarchisierung des Straßenverkehrs“ thematisiert. Und eine kritische Sicht auf die Digitalisierung des Verkehrs gibt es am Freitag um 15 Uhr an der Einmündung Bültenweg/Brucknerstraße. Mit dem einstigen KZ-Außenlager Schillstraße und der heutigen Gedenkstätte befasst sich eine Studentin am Freitag um 16.30 Uhr. Und von 17.30 bis 18.30 Uhr geht es am Freitag neben dem Hochhaus Theodor-Heuss-Straße, Ecke Otto-von-Guericke-Straße um die Rechte von Mietern.

Das Rotlichtmilieu in der Bruchstraße steht am Freitag ab 18.30 Uhr im Fokus: Warum ist die Straße geschlossen? Zu welchen Konflikten kommt es durch die Grenzen, welche werden vermieden? Werden Teile der Gesellschaft aus einem öffentlichen Raum abgegrenzt oder bilden die Tore einen zu bewahrenden Schutzraum? Und vor allem: Was denken die Frauen, die hier arbeiten?

Reizvolle Freiflächen und durstige Bäume

Und am Freitagabend ab 20 Uhr werden auf dem Karstadt-Parkdeck an der Schützenstraße Freiflächen mit besonderer Aufenthaltsqualität thematisiert – etwa Parks, Passagen, Märkte, Spielplätze, Vorplätze, Grünflächen, Sportplätze, Baulücken, Verkehrsflächen und Parkplätze. „Eine Stadt braucht halböffentliche, geheime und zweckentfremdete Freiräume“, sagen die Organisatoren.

Am Samstag, 1. August, findet ab 11 Uhr in Viewegsgarten gegenüber vom Hauptbahnhof die Gieß-Aktion „wewaterbs“ statt. Sie soll die Bürger dazu bewegen, sowohl ihre eigenen, als auch öffentliche Bäume und Pflanzen zu gießen.

Infos: www.gtas-braunschweig.de

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