Corona-Hilfe Braunschweig: Mehr als 230 Freiwillige registriert

Braunschweig.  Wer Unterstützung benötigt, sollte keine Scheu haben, sich zu melden. Hilfsorganisationen, Freiwilligendienste und Stadt machen viel möglich.

Cathrin Frappier-Dulski (rechts) registriert freiwillige Helfer in der Stadtbibliothek.

Cathrin Frappier-Dulski (rechts) registriert freiwillige Helfer in der Stadtbibliothek.

Foto: Bernward Comes

In der Corona-Krise ist an vielen Stellen Hilfe nötig – und niemand weiß, wie lange die Beschränkungen und Kontaktverbote bleiben. Die Stadtverwaltung hat in den vergangenen Wochen einen zentralen Helferpool aufgebaut, um koordinierter vorgehen zu können und die einzelnen Freiwilligendienste zu entlasten. Die Federführung hat Kulturdezernentin Anja Hesse übernommen.

Ihr zufolge haben sich schon mehr als 230 Menschen registrieren lassen, um bei Bedarf anderen zu helfen, die zum Beispiel erkrankt sind oder zur Risikogruppe gehören. Es kann unter anderem um Unterstützung beim Einkaufen oder beim Ausführen des Hundes gehen. „Die Resonanz ist großartig“, sagt Hesse. „Wir spüren überall eine sehr große Solidarität.“ Die Anmeldung erfolgt über die Seite www.braunschweig.de/corona-hilfe.

Wer Hilfe benötigt, kann sich bei den verschiedenen Freiwilligendiensten melden – und diese fordern dann bei Bedarf Helfer über die Stadt an. Um alles gut im Blick zu haben, trifft sich Hesse regelmäßig mit einem großen Netzwerk: Mit dabei sind unter anderem die Freiwilligenagentur, die Malteser, die Studenteninitiative „schrill“, das Sandkasten-Projekt der TU, die evangelisch-lutherische Propstei, das Bündnis „Eintracht hilft“, das Seniorenbüro und der Rat der Muslime. In dieser Runde sind ihr zufolge schon unzählige Ideen entstanden, die Partner setzen viele konkrete Vorhaben um.

Einige Beispiele: Regelmäßig werden 15 Menschen, die keine soziale Beziehungen haben, mit Lebensmitteln versorgt. 44 Menschen mit psychischen Krankheiten werden durch Einkaufshilfen unterstützt. Obdachlose erhalten täglich eine warme Mahlzeit sowie Lebensmittel und Hygieneartikel. Es gab Hilfe für den Wieder-Start der Tafel, Mund-Nasen-Schutze für Kliniken sowie Möbel für die Erweiterung des Frauenhauses.

Corona in Braunschweig- Alle Fakten auf einen Blick

„Wir können in diesem Netzwerk Probleme ohne viel Getöse und Aufwand lösen“, sagt Hesse. „Jeder bringt seine Kompetenzen und Kontakte ein.“ Was ihr jetzt besonders am Herzen liegt: „Es muss niemand Scheu haben, sich mit der Bitte um Hilfe zu melden.“ Hier ein Überblick über einige Ansprechpartner, Angebote und Bedarfe:

Einkaufshilfe

Freiwilligenagentur Jugend, Soziales, Sport: (0531) 4811020

Rat der Muslime / Islamische Gemeinschaft Milli Görüs: (0174) 3092018

Sandkasten TU Braunschweig: (0531) 18059703

Blau-Gelbe Einkaufs- und Apothekenhilfe: (0531) 2323042

Auch viele Kirchengemeinden bieten Hilfe an.

Sonstige Unterstützung (zum Beispiel Botengänge, Behelfsmasken, seelische Not)

Freiwilligenagentur: (0531) 4811020 (Auch Vermittlung von telefonischer Hilfe bei Einsamkeit und Alltagsfragen sowie Unterstützung bei Nachhilfe.)

Sandkasten-Projekt der TU: Die Ehrenamtlichen fertigen Behelfsmasken für soziale Einrichtungen in größeren Mengen. Gesucht werden Näherinnen und Näher, Nähmaschinen, Material für Behelfsmasken. Das Ganze läuft in Kooperation mit der Bürgerstiftung und dem Stoffladen Schickliesel. Kontakt: www.sandkasten.tu-braunschweig.de/corona

Psychologische Beratung in Corona-Krisenzeiten: täglich von 8 bis 20 Uhr unter (0800) 7772244 (Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen).

Telefonseelsorge: (0800)1110111, (0800) 1110222

„schrill“: Der Verein bittet um Lebensmittelspenden und Sachspenden für Bedürftige (Hygieneartikel, Haushaltsgegenstände etc.), Spendenannahme: Di, Do, Sa 12-14 Uhr oder Abgabe im Spendenregal, Wendenstraße 60.

Eine große Übersicht über viele weitere Hilfsangebote und Spendenmöglichkeiten in Braunschweig finden Sie hier.

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