Rätsel um „See“ im Autobahnkreuz Süd

Braunschweig.  Die Straßenbaubehörde fragt sich: Woher stammt das viele Wasser im Regenrückhaltebecken?

Metertief steht das Wasser im Regenrückhaltebecken am Autobahnkreuz Süd.

Metertief steht das Wasser im Regenrückhaltebecken am Autobahnkreuz Süd.

Foto: Norbert Jonscher

Oval, rund 40 Meter lang, 30 Meter breit und tief genug, um Karpfen, Barschen und anderen Seebewohnern Lebensraum zu bieten. Im Winter könnten Schlittschuhläufer hier künftig ihre Runden drehen. Mitten im Autobahnkreuz Süd, zwischen A 39 und Zuckerberg, ist im dortigen Regenrückhaltebecken nach Abschluss der Sanierungsarbeiten ein regelrechter „Autobahnsee“ entstanden.

Er stellt die Experten von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vor Fragen. Woher kommt das viele Wasser? Seine Behörde gehe dieser Frage nach, erklärt Dienststellen-Leiter Bernd Mühlnickel.

Wurde bei den Erdarbeiten womöglich irgendeine Leitung beschädigt? Oder eine unterirdische Wasserader angezapft?

Und das war der Plan: das in den 1960er-Jahren gebaute Becken sollte eigentlich nur wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden, bevor 2020 der Neubau des Autobahnkreuzes Süd startet. Lange sei das Rückhaltebecken vernachlässigt worden. Und dann das. „Was dort jetzt entstanden ist, war so nicht beabsichtigt“, stellt Mühlnickel klar.

Das Becken sei dafür da, Oberflächenwasser von den Fahrbahnen aufzunehmen, dieses bei Starkregen aufzustauen und dann über einen Vorfluter in die Oker zu leiten. Das Komische dabei: Es habe in den letzten Wochen kaum geregnet, jedenfalls nicht in dem Maße, dass sich innerhalb kurzer Zeit ein so großer See bildet. „Es läuft immer noch von Oster her Wasser zu.“

Woher es stamme? Man stehe vor einem Rätsel, das es nun zu lösen gelte. Denn der „See“ könne so natürlich nicht bleiben.

Regenrückhaltebecken sind gesetzlich vorgeschrieben. Sie dienen der Bewirtschaftung des Oberflächenabflusses von Regenwasser und haben die Funktion, Abflussspitzen zu dämpfen.

Experten sagen: Aufgrund des Klimawandels und der zu erwartenden Zunahme von heftigen Regenereignissen gewinne die Regenwasserbewirtschaftung in zunehmendem Maße an Bedeutung.

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