Kampfabstimmung in der regionalen SPD

Braunschweig.  Der Unterbezirk Braunschweig nominiert Christos Pantazis für den Vorsitz im Bezirk. Er tritt gegen Falko Mohrs an.

Christos Pantazis (links) und Falko Mohrs bewerben sich um den Vorsitz  im SPD-Bezirk Braunschweig. Hier sind die beiden beim Neujahrsempfang der SPD Braunschweig zu sehen.

Christos Pantazis (links) und Falko Mohrs bewerben sich um den Vorsitz im SPD-Bezirk Braunschweig. Hier sind die beiden beim Neujahrsempfang der SPD Braunschweig zu sehen.

Foto: Peter Sierigk

Im SPD-Bezirk Braunschweig kommt es zum Duell zwischen dem Wolfsburger Bundestagsabgeordneten Falko Mohrs und dem Braunschweiger Landtagsabgeordneten Christos Pantazis. Der Unterbezirk Braunschweig schickte Pantazis am Montagabend ins Rennen um den Vorsitz. Er erhielt sämtliche 48 Stimmen der Delegierten. Die Entscheidung fällt am 27. April beim Bezirksparteitag. Die beiden machen dann die Nachfolge von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil unter sich aus.

Pantazis sprach von einer „lebendigen Partei“, die durch den Wettbewerb wachsen werde. „Ich stehe für eine stark regional verwurzelte Partei“, sagte Pantazis unserer Zeitung. Es gehe darum, unsere Region in Hannover und Berlin mit Nachdruck zu vertreten und auch mal „auf den Tisch zu hauen“.

Heil hatte kürzlich überraschend bekanntgegeben, dass er aus Zeitmangel nicht wieder kandidieren will. Als Nachfolger hatte er den 34-jährigen Mohrs auserkoren. Der Alleingang Heils kam nicht gut an. Nun stellt sich Mohrs mit dem ehrgeizigen Pantazis ein Gegenkandidat in den Weg. Der 43-Jährige ist Fraktionsvize im Landtag und Chef der einflussreichen „Braunschweiger Gruppe“, einem Bündnis von regionalen SPD-Abgeordneten.

Vom Namen und vom politischen Gewicht her ist der Rücktritt Heils eine Schwächung der regionalen SPD. Vor Heil standen dem SPD-Bezirk Größen wie Sigmar Gabriel und Gerhard Glogowski vor. Braunschweig ist einer von vier SPD-Bezirken in Niedersachsen.

Die Unterbezirke Braunschweig, Salzgitter, Wolfenbüttel und Goslar werden mehrheitlich Pantazis unterstützen, Wolfsburg, Helmstedt sowie die Unterbezirke Peine und Gifhorn gelten als Mohrs’ Basis. Die Nervosität im SPD-Bezirk ist groß. Die Partei wollte unserer Zeitung nicht sagen, wie viele Delegierte die Unterbezirke jeweils zum Bezirks-Parteitag entsenden.

Mohrs, der Sohn des Wolfsburger Oberbürgermeisters Klaus Mohrs, gibt sich sportlich. „Wir liefern uns einen fairen Wettbewerb“, sagte er. Beide Seiten hätten gute Chancen. Eine „Schlammschlacht“ werde es nicht geben. Pantazis und Mohrs trafen sich noch am vergangenen Samstag, wie unsere Zeitung erfuhr. Da bereitete der Braunschweiger den Wolfsburger auf seine Kandidatur bereits vor.

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