Corona in Braunschweig: Alle Fakten auf einen Blick

Braunschweig.  Aktuell am Freitag: Es gibt viele Anträge auf Entschädigung. Braunschweigs kleinste Disko ist am Start. Reisebüros bekommen etliche Stornierungen.

Von Woche zu Woche kommen weitere Lockerungen: Die Restaurants freuen sich auf noch mehr Gäste (hier die Osteria all Ombretta mit Besitzerin Beatrice Sciavilla. Die Stadt Braunschweig wirbt mit der Aktion „Zeige Herz“ für die Einhaltung der Corona-Regeln (hier mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Feuerwehr-Chef Torge Malchau). In den Parks wird wieder Sport gemacht. Auf dem Messegelände gibt’s die „Kirmes to go“. In den Biergärten verfolgen etliche Fans die Geisterspiele, und in der Innenstadt steigen die Passantenzahlen.

Von Woche zu Woche kommen weitere Lockerungen: Die Restaurants freuen sich auf noch mehr Gäste (hier die Osteria all Ombretta mit Besitzerin Beatrice Sciavilla. Die Stadt Braunschweig wirbt mit der Aktion „Zeige Herz“ für die Einhaltung der Corona-Regeln (hier mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Feuerwehr-Chef Torge Malchau). In den Parks wird wieder Sport gemacht. Auf dem Messegelände gibt’s die „Kirmes to go“. In den Biergärten verfolgen etliche Fans die Geisterspiele, und in der Innenstadt steigen die Passantenzahlen.

Foto: Bernward Comes, Norbert Jonscher, Peter Sierigk, Florian Kleinschmidt (Bestpixels.de)/Stadt Braunschweig

Dem Gesundheitsamt liegen schon 241 Anträge auf Entschädigung vor. Es geht um Verdienstausfälle wegen Quarantäne oder Kita- und Schulschließungen. Noch unklar: Ist im Home-Office Kinderbetreuung zumutbar?

Braunschweigs kleinste und zurzeit einzige Tanzfläche ist am Start: Die Öffentliche Versicherung startet mit dem Kultviertel-Verein die „Pop Up Disko“. In der umgebauten Telefonzelle kann getanzt werden.

Ein Braunschweiger Chor feierte in einer Industriebrache seine „Corona-Premiere“: Die Groove-Connection um Chorleiter Anatoll Krug probt mit Abstand und einem erarbeiteten Sicherheitskonzept. Der Ort ist extrem ungewöhnlich.

Storno statt Strandbad: Braunschweiger Reisebüros haben vor allem mit Stornierungen zu tun. Neu gebucht wird kaum. Einzelne trauen sich nach Spanien und Griechenland.

In der Landesaufnahmebehörde für Asylbewerber (LAB) in Braunschweig sind 13 Menschen mit Covid-19 infiziert. Sie gehören zu einer Gruppe von 45 Spätaussiedlern aus Kasachstan, die am Mittwoch eingereist sind. Die gesamte Gruppe steht unter Quarantäne.

Das Universum-Filmtheater hat wieder geöffnet.

In den Pflegeheimen sind Besuche seit einigen Wochen wieder möglich. Die Heime haben unterschiedliche Konzepte. Die Braunschweiger Stadtverwaltung betont: Die Hygienekonzepte dürfen Selbstbestimmungsrechte von Bewohnern nicht aushebeln. Besuche müssen auch in den Zimmern der Bewohner möglich sein.

Mitte Juli startet „Wolters Kulturgarten“: Drei Wochen lang gibt es ein wechselndes Liveprogramm auf dem Gelände des Hofbrauhauses – mit Künstlern und Gastronomie aus der Region.

Die neuesten Lockerungen seit Montag, 6. Juli

Kulturelle Veranstaltungen sind jetzt bis zu einer Personenanzahl von 500 wieder möglich. Dies gilt unter anderem für Kulturzentren, Theater und Opernhäuser, aber auch für Kinos. Währenddessen besteht eine Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung dann nicht mehr, wenn die Besucher ihren Sitzplatz eingenommen haben, wohl aber beim Hinein- und Hinausgehen und auch, wenn sie während der Vorstellung ihren Platz verlassen. Die Kontaktdaten aller Besucherinnen und Besucher müssen wie bisher dokumentiert werden.

Das Beherbergungsverbot für Personen aus dem Kreis Warendorf wird am Samstag (4. Juli) aufgehoben, das für die Menschen aus Gütersloh bleibt vorerst bestehen.

Bei allen touristischen Angeboten wie Schifffahrten, Kutschfahrten, Stadt- und Naturführungen gilt nun die 10-Personen-Regel. Das heißt, dass Gruppen von bis zu 10 Personen keinen Abstand untereinander einhalten müssen. Bei größeren Gruppen muss der Stadtführer sicherstellen, dass jede teilnehmende Person einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person einhält, die weder zum eigenen noch zu einem weiteren Hausstand noch zu einer gemeinsamen Gruppe von nicht mehr als 10 Personen gehört.

Erlaubt ist Kontaktsport, wenn er in festen Kleingruppen von nicht mehr als 30 Personen erfolgt (Mannschaftssport; aber auch Rudern in allen Klassen wird ermöglicht). Für diesen Fall sind die Kontaktdaten der einzelnen Personen der Kleingruppe zur Nachverfolgung nach dem üblichen Muster zu erheben. Ein Abstand von 2 Metern muss dann nicht eingehalten werden. Gleiches gilt auch für die Sportausübung im öffentlichen Raum. Auch hier gilt die Regel, dass nur feste und nicht ständig wechselnde Gruppen zusammen Sport treiben dürfen.

Darüber hinaus sind bei Sportveranstaltungen anstelle der bisherigen 250 Zuschauer ab Montag 500 erlaubt, wenn jeder Zuschauer einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person einhält, die weder zum eigenen noch zu einem weiteren Hausstand noch zu einer gemeinsamen Gruppe von nicht mehr als 10 Personen gehört, einhält. Beträgt die Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer mehr als 50, gelten strengere Regeln wie Zuschauen im Sitzen und Dokumentation der Anwesenden.

Jeder ist weiterhin dazu angehalten, physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Angehörigen des eigenen Hausstandes gehören, auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. In der Öffentlichkeit ist weiterhin nur ein Treffen zwischen zwei Haushalten, sowie in einer Gruppe von nicht mehr als 10 Personen möglich.

Eine Maske ist weiterhin dort zu tragen, wo Abstände von 1,5 Metern nicht eingehalten werden können. Pflicht ist sie insbesondere beim Einkaufen und in Bussen und Bahnen.

Die wichtigsten Neuigkeiten für Braunschweiger Kinder, Jugendliche und Eltern

Die Schwimmbäder haben wieder geöffnet, und erste Kurse finden auch schon statt. Die Stadtbad GmbH plant zusätzliche Schwimmkurse für den Herbst.

65 Prozent der Kinder gehen bereits wieder in die Kita. Der Alltag ist anders als vor Corona. Wie kommen Kinder, Eltern und Erzieher damit klar?

Die Kitas dürfen wieder mehr Kinder betreuen. Die Stadt bittet aber um Verständnis, dass es voraussichtlich nur schrittweise und eingeschränkt vorangeht. Der Kindergarten der Lebenshilfe startete als erster in Braunschweig in den Regelbetrieb.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Das Angebot im neuen FiBS-Ferienprogramm verspricht jede Menge Spaß. Allerdings stehen etliche Angebote unter Vorbehalt. Eine weitere gute Nachricht: Kinder- und Jugendfahrten mit Übernachtungen sind ab kommender Woche wieder erlaubt. Dies wird sich auch auf das FiBS-Programm auswirken. Und: Braunschweiger Familien können einwöchige Ferien-Urlaube in Lenste an der Ostsee buchen!

Zeugnisvergaben und Einschulungsfeiern sind auch wieder in geschlossenen Räumen erlaubt. Möglich seien Veranstaltungen mit bis zu 250 Teilnehmern, die einen Sitzplatz haben und eine Maske tragen müssen. Bis zu zehn Personen können gemäß der neuen Lockerungen während einer Feierlichkeit auch gemeinsam an einem Tisch sitzen.

Auch Sportunterricht kann unter Auflagen wieder angeboten werden. Theateraufführungen, Filmvorführungen, Vortragsveranstaltungen, Projektwochen und vergleichbare Veranstaltungen sind wieder zulässig, ebenso Fahrten zu außerschulischen Lernorten. Voraussetzung ist aber das Beibehalten fester Lern- und Unterrichtsgruppen.

Die wichtigsten Regeln für Freizeit, Kultur und Einkaufen

In der Öffentlichkeit und in Restaurants dürfen bis zu zehn Personen zusammenkommen, ohne dass sie aus gemeinsamen Haushalten kommen. Dies gilt auch für Picknicks und das Grillen in Parks. Auch Geburtstagsfeiern im eigenen Garten seien ohne besondere Abstandsvorgaben mit bis zu zehn Personen möglich, sagte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabes, Claudia Schröder. Zwei Haushalte, die zusammen mehr als zehn Personen bilden, können sich weiterhin treffen. Für sie gilt die Obergrenze nicht. Bei Beerdigungen und Hochzeitsfeiern sind bis zu 50 Personen zulässig.

Unter Auflagen sind Theater, Kino und andere Kulturveranstaltungen auch in geschlossenen Räumen wieder möglich. Allerdings gelten Abstandsregeln und eine Maskenpflicht. Die Besucherzahl wird auf 250 begrenzt, Namen müssen erfasst werden. Das Astor-Filmtheater öffnet erst Mitte Juli. Bis dahin müsse das vorhandene Hygienekonzept an die Vorgaben angepasst werden. Außerdem brauche man auch aktuelle Filme. Auch die Theater werden noch keinen „normalen“ Betrieb anbieten. Die Komödie am Altstadtmarkt plant, im Sommer open air im Stadtpark zu spielen, auf der Freiluft-Bühne des Restaurants „Heinrich“. Auch das Theater Fadenschein tritt dort auf. Das Staatstheater Braunschweig setzt bis Saisonende auf Open-Air-Formate, zum Beispiel Liederabende auf der Dachterrasse und Direktmusik im Hof.

Für Supermarktbetreiber entfällt die Vorgabe, den Einlass auf im Schnitt eine Person pro zehn Quadratmeter zu begrenzen.

Bei Sportveranstaltungen im Breiten- und Amateursport sind – ebenfalls unter Auflagen – bis zu 250 Zuschauer zugelassen.

Hotels und andere Beherbergungseinrichtungen dürfen wieder voll belegen.

Auch Saunen dürfen wieder öffnen.

Was noch NICHT geht

Für die Fußball-Bundesligen und andere Profi-Mannschaftssportarten gelten laut Innenministerium weiterhin die erstellten Hygienekonzepte, die keine Zuschauer vorsehen.

Clubs und Discos sowie Läden, in denen Shisha-Pfeifen zum Konsum angeboten werden, bleiben geschlossen.

Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern wie auch Volks- und Schützenfeste sind laut Verordnung noch bis 31. Oktober untersagt, Messen bis zum 31. August. Für Braunschweig bedeutet das: Das Magnifest Anfang September kann in diesem Jahr nicht stattfinden (zumindest nicht in der gewohnten Form).

Am 22. Juni wurden bundesweit viele Kulturstätten rot angestrahlt. Die Aktion „Night of Light“ soll auf die schwere Krise der Branche aufmerksam machen. Auch etliche Braunschweiger Veranstalter beteiligen sich.

Braunschweig kommt wieder in Schwung

Der Lichtparcours wurde am 13. Juni eröffnet – mit Corona-Sicherheitskonzept. Nicht nur der versenkte VW Golf ist ein Hingucker mit Botschaft. Entlang der Braunschweiger Okerumflut sind 15 spannende Arbeiten zu entdecken. Das Programmheft ist an vielen öffentlichen Stellen wie der Touristinfo (Kleine Burg 14) erhältlich. So verlief die Eröffnung.

Unter strengen Auflagen richtet Braunschweig am 8./9. August im Eintracht-Stadion die Leichtathletik-DM 2020 aus – ohne Publikum. Die Stadt hofft dennoch auf einen Imagegewinn und setzt darauf, den Zuschlag für die Titelkämpfe 2021 zu erhalten.

Auf dem Schützenplatz gibt’s täglich das Braunschweiger Autokino. Die erste Vorstellung war komplett ausverkauft. Inzwischen lässt das Interesse nach.

Anfang Juli wurde die Mehrwertsteuer für sechs Monate gesenkt. Händler müssen nur 16 statt 19 beziehungsweise nur 5 statt 7 Prozent Mehrwertsteuer an den Staat abführen. Diese Entscheidung der Bundesregierung soll dazu beitragen, den Konsum anzukurbeln und dem Handel in der Zeit der Einschränkungen durch die Corona-Krise zu helfen. Aber ob der Handel wirklich davon profitiert und ob die Reduzierung auch beim Kunden ankommt – Braunschweiger Handelsvertreter sind skeptisch.

Alle Selbsthilfegruppen mussten ihre regelmäßigen Treffen in den letzten Monaten einstellen. Eine schwere Zeit, denn viele Betroffene sind darauf angewiesen. Jetzt gibt es wieder grünes Licht für Selbsthilfegruppen: Das Braunschweiger Gesundheitsamt erlaubt persönliche Treffen. Doch nicht alle Selbsthilfegruppen haben passende Räume. Viele treffen sich zum Beispiel in Begegnungsstätten, die bis auf weiteres noch geschlossen blieben, weil in ihnen viele ältere Menschen zusammenkommen.

Das Braunschweiger Musiker-Duo Tiana Kruškic und Billy Ray Schlag hat einen Song über die Sehnsucht geschrieben, dass Corona bald vorbei ist: „When the Sh*t is gone“. Das Lied haben mittlerweile Radiostationen weltweit in ihr Programm aufgenommen, etwa Radio NewYork. In dem Song geht es um all das, was man nach der kontaktbeschränkten Zeit unbedingt wieder machen möchte.

In den Restaurants steigen die Gästezahlen allmählich. Wichtig: Die Tische müssen so angeordnet werden, dass zwischen ihnen ein Mindestabstand von zwei Metern gewährleistet ist. Zugleich müssen Gäste an verschiedenen Tischen mindestens 1,5 Meter Abstand zueinander halten – auch, wenn sie mit den Rücken zueinander sitzen. Beim Besuch einer Speise- wie Schankwirtschaft einschließlich Freisitzflächen müssen die Gästedaten aufgezeichnet und drei Wochen aufbewahrt werden (Vor- und Familienname, vollständige Anschrift und Telefonnummer sowie die Uhrzeiten, zu denen die Gaststätte aufgesucht und wieder verlassen wurde). Das Stadtmarketing und die Wirtschaftsförderung stellen den Braunschweiger Gastronomen und ihren Gästen ein Reservierungssystem kostenfrei zur Verfügung.

Fahrradhändler erleben zurzeit eine sehr starke Nachfrage. Doch nicht alle Kundenwünsche gehen in Erfüllung. Der Handel klagt über unterbrochene Lieferketten zu den Herstellern in Asien.

Auch Braunschweigs Jugendherberge ist wieder geöffnet. Die ersten Gäste waren schon da. Doch Klassen- und Gruppenfahrten sind noch verboten – damit liegt das Hauptgeschäft brach.

Die Schwimmbäder haben geöffnet. Das Bad Gliesmarode und die Wasserwelt sind am Start – unter Wahrung aller Hygienevorgaben.

Die Braunschweiger trainieren unter freiem Himmel: „Bürgersport im Park“ der Bürgerstiftung Braunschweig ist in eine neue Saison gestartet. Sieben Vereine bieten 18 Sportangebote von Aroha bis Yoga an.

Die Braunschweig Stadtmarketing GmbH bietet wieder Stadtführungen an. Der „Stadtspaziergang durch die Löwenstadt“ findet regelmäßig samstags um 14 Uhr und sonntags um 11 Uhr statt. Zudem sind verschiedene Gruppenführungen buchbar. Und: Es gelten bestimmte Regeln!

Lust auf Rummel? Dann nichts wie hin zum Messegelände an der Eisenbütteler Straße. Die Braunschweiger Schausteller haben dort eine „Kirmes to go“ aufgebaut. Man kann sogar mit dem Auto vorfahren.

Schritt für Schritt hebt sich der Bleimantel der Corona-Krise: Nach dem Lockdown entsteht endlich Aufbruchstimmung. Geschäfte freuen sich wieder auf Kunden, Museen haben geöffnet, Freiluftsport ist möglich. Wir zeigen viele mutmachende Beispiele von zuversichtlichen Unternehmen und Leuten, die mit viel Ausdauer und guten Ideen trotz Covid-19 durchstarten: „Wir sind wieder da!“

Entwicklung der Infektionen in Braunschweig

Bislang wurden insgesamt 351 Corona-Infektionen in Braunschweig nachgewiesen (Stand Freitag, 10. Juli). Keine Veränderung gegenüber Donnerstag. 15 Personen sind zurzeit erkrankt, 318 sind genesen.

Kurzzeitig hatte es im Juni zwei Tage lang keine Corona-Erkrankten in Braunschweig gegeben. Der zwischenzeitlich letzte Erkrankte war am 16. Juni aus der Quarantäne entlassen worden.

Bislang sind in Braunschweig 18 Menschen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben. Alle Verstorbenen waren zwischen 55 und 96 Jahren alt, darunter insgesamt vier Bewohnerinnen und ein Bewohner des Awo-Pflegeheims in Querum. In der Statistik werden alle Menschen erfasst, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Es wird nicht differenziert, ob ein Patient direkt an Covid-19 gestorben ist oder aufgrund einer anderen schweren Vorerkrankung.

In Braunschweigs Krankenhäusern werden zurzeit 4 Patienten mit Verdacht auf Covid-19 behandelt. Darunter sind auch Patienten aus der Region. (Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Menschen wird von der Stadtverwaltung einmal wöchentlich erhoben. Die nächste Aktualisierung erfolgt voraussichtlich am 15. Juli.)

Ab 90 Neu-Infektionen innerhalb von sieben Tagen ist in Braunschweig wieder mit Beschränkungen zu rechnen. Das Ziel: eine Überlastung von Kliniken und Gesundheitsamt verhindern. Die Stadtverwaltung hat dem Rat die „Corona-Ampel“ vorgestellt.

Mit einer großen Plakat- und Anzeigenkampagne unter dem Motto „Zeige Herz“ will die Stadt für das besondere Leben in Corona-Zeiten sensibilisieren. Es geht um die wichtigen Regeln im Miteinander.

Die Diskussion um vorsorgliche Corona-Tests geht weiter. Wer sollte getestet werden? Wie sinnvoll ist das? Welche Kapazitäten gibt es? Wer ist zuständig? Im Interview erläutert Professor Dr. Jan Kramer vom LADR Laborverbund Details zu den Testverfahren.

Die Folgen von Corona in Braunschweig

Architekturstudenten der TU Braunschweig veranstalteten vergangene Woche eine Protestaktion. Sie fordern Zugang zu Zeichensälen und Präsenzlehre in kleinen Gruppen.

Mit der „Night of Light“ hat Braunschweigs Veranstaltungsbranche ein kräftiges Zeichen gesetzt. Viele Gebäude leuchten rot, unter anderem die Stadthalle und das Staatstheater. Jetzt geht es um Solidarität und um mehr Unterstützung durch die Politik.

Der Schaustellerverband und die Stadt arbeiten zurzeit an einem Konzept, wie Buden und Fahrgeschäfte in der Innenstadt aufgestellt werden können. Der Rummel soll in die Stadt kommen. Bislang sind einige Schausteller auf dem Harz-und-Heide-Gelände.

Die Immobilienpreise in Braunschweig steigen immer weiter. Der Gutachterausschuss sagt zum ersten Halbjahr 2020: Die Corona-Pandemie bremst die Kauflust nicht. Acht Häuser, die mehr als eine Million Euro kosteten, wechselten den Besitzer.

Alle Städte müssen finanzielle Einbußen hinnehmen. Der Bund hat nun Hilfen in Milliardenhöhe zugesagt. Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth begrüßt das Konjunkturpaket des Bundes. „Besonders wichtig ist dabei zum einen die Zusage, die Hälfte der Ausfälle bei der Gewerbesteuer zu übernehmen. Zum anderen hilft uns die Erhöhung der Kostenübernahme bei den Unterkunftskosten für Arbeitslosengeld-II-Empfängern auf bis zu 75 Prozent.“ Für Braunschweig könne sich eine dauerhafte Entlastung von bis zu zwölf Millionen Euro ergeben.

Seit Beginn der Corona-Krise haben in Braunschweig mehr als 2800 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet – unklar ist allerdings, wie viele Beschäftigte sich tatsächlich in Kurzarbeit befinden. Die Zahl der Arbeitslosen ist seit Mitte März um 1400 gestiegen. Allerdings: Im Mai fanden 304 Braunschweiger auch einen neuen Arbeitsplatz.

Die Passantenzahlen in der Innenstadt nähern sich langsam wieder den Vorjahreswerten an. Laut der Braunschweig Stadtmarketing GmbH lösten die Lasermessgeräte in der vergangenen Woche – im Vergleich mit den Wochen während der Schließungen – mehr als doppelt so oft aus. Mit nahezu 479.000 Besucherbewegungen in der vergangenen Woche vom 25. bis zum 31. Mai liegen die Werte aktuell noch knapp zwölf Prozent unter Vorjahresniveau.

Auf Braunschweigs Straße liegt die Verkehrsmenge Zählungen zufolge bei rund 75 Prozent des normalen Niveaus.

Das Wichtigste rund um Kita und Schule

Alle Jahrgänge sind jetzt wieder in den Schulen – allerdings weiterhin in Kleingruppen.

Wegen Corona entfällt dieses Mal für 2000 Viertklässler die Radfahrprüfung. Die Polizei bittet Eltern, mit Kindern das Radfahren im Straßenverkehr zu üben.

Das „Home Schooling“ stellt alle Schüler vor eine große Herausforderung. Um mögliche Hindernisse abzubauen und Nachteile zu vermeiden, bietet die „Kommunale Schulsozialarbeit“ für die Schüler aller Haupt- und Realschulen sowie der IGS Querum und der Sally-Perel-Gesamtschule ein „Home Schooling“ in Zusammenarbeit mit 15 Braunschweiger Jugendzentren an. Die Jugendzentren stellen Räumlichkeiten, Zeiten und technische Voraussetzungen wie WLAN und Rechner zur Verfügung. Bei Interesse können sich Schüler, Lehrer und Eltern Kontakt melden: Informationen gibt es bei Andreas Zimpel unter der Telefonnummer (0531) 470-8643 oder per E-Mail: andreas.zimpel@braunschweig.de, Stichwort: Kommunale Schulsozialarbeit.

Die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in der Weststadt empfängt zurzeit ihre Corona-Superhelden. Ein gelungenes Beispiel für Kreativität und Phantasie in diesen für den Schulbetrieb nicht einfachen Tagen. Ab heute sind in ganz Niedersachsen wieder alle Schüler im Präsenzunterricht – zumindest gruppenweise. Außerdem ermöglicht das Land ab kommender Woche (22. Mai) wieder Schulsport, Abschluss- und Einschulungsfeiern sowie Zeugnisübergaben. Die Feiern müssen nach jetzigem Stand unter freiem Himmel organisiert werden. Auch sollen in den Schulen wieder Theater- und Filmaufführungen, Projekttage sowie Fahrten zu außerschulischen Lernorten möglich sein.

Die Notbetreuung wird ständig ausgeweitet: Jedes vierte Kind geht bereits wieder in die Kita. Für die Kitas ist das eine Herausforderung. Manche Eltern wünschen sich eine schnellere Öffnung – andere betreuen lieber länger selbst. Ab 22. Juni soll landesweit die Notbetreuung enden und eine Art Normalbetrieb starten – unter Wahrung aller Hygienevorgaben.

Die Schulen in Braunschweig müssen die Hygienepläne umsetzen. Doch in Detailfragen gibt es Unterschiede – etwa beim Thema Mund-Nasen-Schutz: Wann müssen die Schüler ihn tragen und wann nicht?

Einschulungen sind im kommenden Schuljahr auch ohne Schuleingangsuntersuchung möglich. Aufgrund der Corona-Beschränkungen mussten die Untersuchungen zeitweise ausgesetzt werden. Zwar waren laut der Stadtverwaltung vorher schon 75 Prozent der Vorschulkinder untersucht worden. Und seit dem 11. Mai führe das Gesundheitsamt unter erhöhten Hygieneanforderungen auch wieder Schuleingangsuntersuchungen durch. Aber es werde voraussichtlich nicht gelingen, alle anderen Vorschulkinder noch rechtzeitig zu untersuchen – sie können trotzdem eingeschult werden.

In der Realschule Maschstraße hatte es im Mai einen Corona-Fall gegeben. Wie läuft der Unterricht jetzt ab? Der Schulleiter berichtet.

Seit 4. Mai gehen die Viertklässler wieder in die Grundschulen. Wie der „erste Schultag“ gelaufen ist und worauf Kinder und Lehrer achten müssen, erläutert Gabriele Hübner, die Leiterin der Grundschule Hohestieg, im Interview.

Die Anmeldung für Erstklässler im Schuljahr 2021/22 und für künftige Fünftklässler im kommenden Schuljahr läuft wegen der Corona-Pandemie ist dieses Mal ein kontaktloses Verfahren vorgesehen. Die Eltern sollen zur Anmeldung ihrer Kinder nicht in die Schulen kommen.

Der Stadtschülerrat hat ein Video gedreht mit Tipps, wie sich Schüler am besten vor einer Infektion schützen können. Fünf Regeln werden insgesamt aufgestellt. Inzwischen gibt es auch ein Video für Grundschulen.

Schule im Corona-Modus: Schüler des zehnten Jahrgangs der Sally-Perel-Gesamtschule in Volkmarode haben an ihrem ersten Schultag nach der Corona-Zwangspause aufgeschrieben, was sie zurzeit bewegt. Entstanden sind sehr persönliche „Innere Monologe“.

Schüler der IGS Franzsches Feld und anderer Schulen forderten, dass die Abitur-Prüfungen ausfallen sollen. Die Lernbedingungen seien unfair und die Angst vor einer Infektion mit Corona sei groß. Sie haben einen Brief an den Kultusminister geschrieben und erhalten Unterstützung von ihrem Schulleiter. Die Antwort liegt jetzt vor – und die Enttäuschung ist groß.

So sind die Stadtverwaltung und andere wichtige Einrichtungen erreichbar

Die Stadtverwaltung hat weitere Abteilungen für den Besucherverkehr geöffnet, unter anderem in den Fachbereichen Soziales und Gesundheit sowie Kinder, Jugend und Familie. Nach wie vor sind Anmeldungen nötig.

Die Beratungsstelle Planen-Bauen-Umwelt, der Fachbereich Stadtplanung und Geoinformation sowie der Fachbereich Tiefbau und Verkehr sind ab sofort wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Beratungen sowie die Wahrnehmung anderer Dienstleistungen sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich, um eine Besuchersteuerung zu erreichen. Um die Zahl der Kontakte möglichst gering zu halten, soll weiterhin vorrangig die elektronische oder telefonische Kommunikation genutzt werden.

Ortskundeprüfungen für Taxifahrer können mit begrenzter Anzahl an Teilnehmern stattfinden.

Die KFZ-Zulassungsstelle und die Führerscheinstelle in der Porschestraße sind wieder geöffnet. Auch die Kassenautomaten können wieder genutzt werden. Wichtig: Es muss vorher ein Termin vereinbart werden. Lediglich Abmeldungen können weiterhin nur auf schriftlichem Weg erfolgen.

Die Abteilung Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten, die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz sowie die Abteilung Umweltschutz und Umweltplanung, alle in der Richard-Wagner-Straße 1, haben wieder geöffnet. Persönliche Vorsprachen sind aber nur nach vorheriger Terminvereinbarung per Telefon oder Mail möglich. Die Ansprechpartner sind auf den Seiten der jeweiligen Abteilungen unter www.braunschweig.de zu finden. Es besteht Maskenpflicht. Die Trichinenabgabe für die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz ist nur montags von 8 bis 10 Uhr mittels der vor dem Haupteingang aufgestellten Kühlbox möglich.

Seit Dienstag, 28. April, sind die Abteilung Allgemeine Bürgerangelegenheiten in der Friedrich-Straße-Seele 7 sowie die Bezirksgeschäftsstellen in Wenden, Stöckheim und Broitzem wieder geöffnet. Überall gilt: Alles läuft nur eingeschränkt und mit Auflagen.

Die Stadtbibliothek hat geöffnet. Es gelten verschiedene Einschränkungen. Auch viele Ortsbüchereien sind wieder geöffnet.

Die Städtische Musikschule hat ihren Betrieb mit Einschränkungen wieder aufgenommen. Das Konzept sieht vor, dass zunächst nur Einzelunterricht stattfindet.

Die Arbeitsagentur ist für Besucherverkehr geschlossen. Kunden erreichen sie von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr unter (0531) 207-3913, Arbeitgeber unter (0800) 4555520. Zusätzlich gibt es dienstags und donnerstags telefonische Beratungstage zum Thema Ausbildung und Studium unter (0531) 207–1199 an. Persönliche Termine sollen in den kommenden Wochen im dringenden Einzelfall wieder teilweise möglich werden. Ansonsten gilt: Eine Arbeitslosmeldung kann bis auf weiteres auch telefonisch erfolgen und wird gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt persönlich nachgeholt. Anträge auf Geldleistungen können online unter www.arbeitsagentur.de gestellt werden.

Das Jobcenter ist ebenfalls für Besucherverkehr gesperrt. Unter der Telefonnummer (0531) 80177 1111 gelangen Anrufende direkt zu Mitarbeitern des Braunschweiger Jobcenters. Diese Service-Nummer ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 Uhr bis 15 Uhr besetzt. Die bundesweit geschaltete Hotline (0800) 4555523 ist montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr erreichbar. Kunden können zum Beispiel ihre Arbeitslosmeldung bis auf weiteres auch telefonisch vornehmen. Anträge auf Geldleistungen können auch online über die e-Services unter http://www.arbeitsagentur.de erfolgen. Weiterführende Informationen, etwa auch für betroffene Selbstständige (vereinfachte Beantragung von Grundsicherung) oder Menschen mit sehr geringem Kurzarbeitergeld (Anspruch auf Grundsicherung oder Kinderzuschuss), sind auf der Homepage des Jobcenters Braunschweig hinterlegt.

Maskenpflicht und andere Vorgaben

Seit 25. April gilt in Braunschweig eine Maskenpflicht. Die Alltagsmasken sollen unter anderem in Bussen und Bahnen sowie in Läden getragen werden. Alternativ ist zum Beispiel auch ein Schal zulässig. Bislang gibt es damit auf den Märkten und Geschäften keine Probleme.

Apotheken in Braunschweig bieten jetzt kostenlos einen „Ohrschutz“ für den Mundschutz an. Er wird mit dem 3-D-Drucker gedruckt – die Initiative „Maker vs. Virus“ macht’s in Zusammenarbeit mit vielen Apotheken möglich.

Das Braunschweiger Stadtmarketing bietet Unternehmen, Händlern, Gastronomen und Dienstleistern Einmal-Mund-Nasenschutze in Paketen von 50 bis 1500 Stück an. Die Bestellung erfolgt per Mail. Die Stadt hat mithilfe des Klinikums eine Million Einmal-Alltagsmasken geordert. Diese sind an mehreren Verkaufsstellen in Braunschweig zum Selbstkostenpreis von einem Euro erhältlich. Studenten der TU Braunschweig machen sich für das Tragen von Alltags-Mund-und-Nasenschutz stark. Sie haben eine Plattform (www.BraunschweigZeigtMaske.de) gestartet mit einer Übersicht von Läden, die Masken herstellen und verkaufen.


Lage in den Krankenhäusern und Altenheimen

In Heimen für Ältere und für Menschen mit Behinderungen muss das Hygienekonzept unverzüglich wieder soziale Kontakte außerhalb der Einrichtung zu ermöglichen – zum Beispiel kleine Einkäufe oder einen Spaziergang im Park.

Im Städtischen Klinikum dürfen Patienten ab sofort wieder besucht werden. Allerdings gelten strenge Regeln. Auch im Marienstift und im Herzogin-Elisabeth-Hospital sind Besuche möglich.

Krankenhäuser dürfen wieder planbare Operationen vornehmen, müssen aber Kapazitäten für Corona-Patienten vorhalten.

Das im Vienna-Hotel geplante Behelfskrankenhaus wird nicht kommen. Die Stadt wird den Mietvertrag, der zunächst bis Ende Juni läuft, nicht verlängern. Stattdessen hält das Städtische Klinikum jetzt in einem Neubau eine Etage mit 45 Betten frei. Dadurch verzögert sich der Umzug der Kinder- und Jugendklinik von der Holwedestraße an die Salzdahlumer Straße.

Die wochenlange Absage aller planbaren Operationen und die gestiegenen Preise für dringend benötigte Schutzausrüstung führten in den Krankenhäusern zu finanziellen Verlusten. Angesichts der Corona-Beschränkungen meldeten die Krankenhäuser außerdem einen auffälligen Rückgang der Notfall-Patienten. Offensichtlich schieben Patienten mit schweren Erkrankungen einen Arztbesuch wochenlang vor sich her. Menschen etwa mit einer fortgeschrittenen Herzschwäche oder einer Magenblutung warten zu lange, bevor sie ins Krankenhaus gehen. Die Krankenhäuser appellieren daher an alle Patienten, Notfälle nicht zu verschleppen: Niemand müsse befürchten, sich im Krankenhaus mit Corona anzustecken.

Die Tagespflege für Ältere und Pflegebedürftige sowie für Menschen mit Behinderung darf maximal die Hälfte der Plätze wieder belegen, ein Hygienekonzept vorausgesetzt. Auch Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Tagesförderstätten dürfen die Hälfte der Plätze öffnen. Außerdem können Menschen, die soziale, pädagogische oder psychologische Unterstützung brauchen, wieder die entsprechenden Beratungsstellen aufsuchen.

Die Haus- und Fachärzte arbeiten wieder im Regelbetrieb. Auch Routinekontrollen, Vorsorgeuntersuchungen und ambulante Operationen sind in Praxen wieder möglich. Notwendig ist eine telefonische Terminvereinbarung. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Osteopathen praktizieren wieder.

Hilfe und Unterstützung in der Corona-Krise

Braunschweigs Gabenzaun ist umgezogen: Weiterhin können Spenden für Wohnungslose und andere Bedürftige abgegeben werden: jetzt ein paar Meter weiter am „Lebensmittelpunkt“ vor dem Theologischen Zentrum in der Schützenstraße.

Die Solidarität angesichts der Corona-Krise war und ist immens. Unzählige Braunschweiger bieten ihre Hilfe an – und etliche sind genau darauf angewiesen, ältere und kranke Nachbarn, Obdachlose, arme Familien mit Kindern, Pflegeheime, Gastronomen und Händler, Künstler, Studenten und viele mehr. Eine Übersicht über alle wichtigen Ansprechpartner und Projekte finden Sie hier. Inzwischen hat sich etliches normalisiert. Die Aufstellung zeigt dennoch etliche Ansprechpartner, Projekte und Spendenaktionen.

Ärzte, Bereitschaftsdienst und Corona-Tests

Um das Corona-Virus weiter einzudämmen, ist die kassenärztliche Bereitschaftsdienstpraxis zurzeit geschlossen. Bis auf weiteres werden die Ärzte, die bisher in den Bereitschaftsdienstpraxen den Dienst versehen haben, mobil eingesetzt. Erreichbar ist der Bereitschaftsdienst über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116117.

In unserer Region startete ein bundesweit einmaliger Test: Ärztenotdienst per Videosprechstunde. Leichte Beschwerden wollen die Ärzte in unserer Region nun am Computer abklären. Gerade jetzt in Zeiten von Corona und geschlossenen Bereitschaftsdienstpraxen soll das neue Angebot die derzeit zu Hausbesuchen tourenden mobilen Bereitschaftsdienst-Ärzte an Wochenenden und Feiertagen entlasten.

Für Corona-Tests hatte die Kassenärztliche Vereinigung im April einen „Drive-In“ eingerichtet. Dort können im Fünf-Minuten-Takt Abstriche gemacht werden, wie KV-Bezirksgeschäftsführer Stefan Hofmann mitteilt. Außerdem kann das Labor aufgrund schnellerer Testverfahren in kürzerer Zeit mehr Abstriche analysieren als am Anfang der Corona-Pandemie. Achtung: Niemand kann von sich aus zum Drive-In kommen. Wer den Verdacht hat, mit dem Corona-Virus infiziert zu sein, muss erst seinen Hausarzt anrufen – der kann dann gegebenenfalls einen Test-Termin veranlassen.

Wirtschaft in Braunschweig

Die Nachfrage nach Hilfsgeld aus dem Härtefallfonds der Stadt Braunschweig ist groß. Der Fonds wurde kürzlich um eine Million auf insgesamt vier Millionen Euro aufgestockt. Profitieren können unter anderem Gastronomen, Hoteliers und Kulturschaffende. Übrigens: Insbesondere zur Unterstützung freier Künstler und Kulturinstitutionen ist noch Geld vorhanden.

Die Stadt will Unternehmen entlasten, die von der Corona-Pandemie betroffen sind. Auf Antrag kann die Gewerbesteuer gestundet werden. Vorauszahlungen sollen angepasst und Vollstreckungsmaßnahmen aufgeschoben werden.

Braunschweiger Gastronomen und Einzelhändler können auf der städtischen Internetseite auf ihre Abhol- und Lieferangebote hinweisen. Unter www.braunschweig.de/bestellen-liefern werden entsprechende Angebote gesammelt. Außerdem gibt es auf Instagram die Accounts supportyourlocal_bs und die „Lieferliste38“ eingerichtet.

Die IHK Braunschweig hat eine Beratungshotline für ihre Mitgliedsunternehmen geschaltet: Unter der Telefonnummer (0531) 4715-222 beraten die IHK-Mitarbeiter zu Fragen rund um Liquiditätshilfen, Gespräche mit Lieferanten und Vermietern, Staatliche Hilfen/Unterstützungsangebote von Bund und Land.

Auf der Internetseite der Stadt gibt es eine Übersicht zu allen Hilfspaketen und Ansprechpartnern für Unternehmen: www.braunschweig.de/wirtschaft-corona. Arbeitgeberverband, IHK, Handwerkskammer, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und weitere Verbände und Einrichtungen wollen damit den Unternehmen vor Ort bei der Bewältigung der Corona-Krise bestmöglich zur Seite zu stehen.

Was die Braunschweiger Wissenschaft in der Corona-Pandemie beiträgt

Eine Investorengruppe unterstützt mit dem Land Niedersachsen die Braunschweiger Start-ups Yumab und und Corat Therapeutics. Das gemeinsame Ziel ist ein Medikament gegen Corona. Mit Hilfe der neuen Gesellschafter sind nun sechs bis acht Monate Luft. Das reicht, um die klinische Studien zu beginnen. Noch Ende des Jahres sollen die ersten Tests an Menschen stattfinden.

Wissenschaftler der TU Braunschweig haben sich mit der Frage befasst, wie effizientere Corona-Tests möglich sind. Simulationen zeigen ihnen zufolge: Ein Zehntel der Bevölkerung Deutschlands könnte innerhalb von rund zehn Tagen getestet werden – mit Proben-Pooling.

Wissenschaftlern des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, des Braunschweiger Unternehmen Yumab und der Technischen Universität Braunschweig ist ein großer Schritt auf dem Weg zu einem Medikament gegen Covid-19 gelungen. Sie haben einen Antikörper nachgewiesen, der das Coronavirus erfolgreich am Eindringen in Zellen hindert.

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) warnten Mitte April davor, die Beschränkungen zu lockern. Sie regten sogar an, zu überlegen, ob die Einschränkungen im sozialen Leben kurzfristig noch verstärkt werden sollten, um die Ausbreitung weiter zu verlangsamen.


Die wichtigsten Telefonnummern

Krankheitssymptome: Wer grippeähnliche Symptome hat (Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit, Halskratzen, Atemproblemen, Kopf- und Gliederschmerzen) sollte seinen Hausarzt anrufen. Bitte NICHT in die Notaufnahmen der Kliniken gehen. Hörgeschädigte können eine Mail an buergertelefon@braunschweig.de schicken.

Außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117 (Montag, Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr, Mittwoch und Freitag ab 15 Uhr sowie Sonnabend, Sonntag und Feiertag ab 8 Uhr und jeweils bis 7 Uhr des darauffolgenden Tages). Beim ärztlichen Bereitschaftsdienst gibt es zurzeit lange Wartezeiten. Bitte nur in dringenden Fällen anrufen!

Corona-Hotline der Stadt: Für allgemeine Fragen ist das Gesundheitsamt unter (0531) 470-7000 erreichbar, und zwar montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr.

Hilfe bei häuslicher Gewalt: In einer großangelegten Kampagne macht das Braunschweiger Gleichstellungsreferat auf das bundesweite Hilfe-Telefon aufmerksam: (0800) 0116016

Bei psychischen und familiären Problemen stehen die bekannten Braunschweiger Beratungsstellen auch jetzt grundsätzlich telefonisch zur Verfügung, etwa der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes unter (0531) 470-7272 und der Psychosoziale Krisendienst unter (0531) 470-7777.

Seit Kurzem gibt es den Physiotherapeuten-Notdienst. Der Eintrag auf der Seite www.physiotherapeuten-notdienst.de ist für alle Praxen kostenlos, egal ob Verbandsmitglied oder nicht. Patienten oder Kliniken können durch eine Suchfunktion schnell und einfach weiterhin geöffnete Praxen in der Nähe des Wohnortes des Patienten finden.


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