Glühwein, Eierpunsch und gute Gespräche

Wolfenbüttel  Die Walkinggruppe für Frauen nach Brustkrebserkrankungen erobert den Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt.

Die Walkinggruppe für Frauen mit Brustkrebserkrankungen hat sich am Nikolaustag getroffen, um über den Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt zu bummeln.

Foto: Stephanie Memmert

Die Walkinggruppe für Frauen mit Brustkrebserkrankungen hat sich am Nikolaustag getroffen, um über den Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt zu bummeln. Foto: Stephanie Memmert

Ihr Treffpunkt ist vor der Apotheke an der Ecke Lange Herzogstraße/Stadtmarkt. Immer mehr Frauen kommen. Sie umarmen sich zur Begrüßung, Küsschen rechts, Küsschen links. Am Nikolaustag wollen sie über den Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt bummeln: die Walkinggruppe für Frauen nach Brustkrebserkrankungen.

Eine der Frauen drückt jeder einen Umschlag in die Hand. Darin enthalten sind jeweils zehn Euro, die von ihrer Fahrt ins Kloster Drübeck übriggeblieben sind. „Die wollen wir jetzt auf den Kopf hauen“, sagt Michaela Göbel, Stationsleiterin der Gynäkologie des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel, die die Walkinggruppe 2009 ins Leben gerufen hatte. Damals machten vier Frauen mit, heute sind es 23, die sich regelmäßig zweimal im Monat treffen.

„Die Gruppe gibt mir Freiheit von zu Hause. Man muss ja auch mal rauskommen und seine Sorgen los werden können“, sagt Anne Ehlers, deren Erkrankung schon zehn Jahre zurückliegt. In der Gruppe aber würden sie nicht nur über die schwere Krankheit sprechen, „sondern auch über die Familie, die Enkel und den ersten Schnee. Und wir tauschen auch Kuchenrezepte aus“, erzählt Anne Ehlers weiter. Birgit Buchwald sagt: „Wenn neue Patientinnen dazu kommen, fangen wir sie auf. Wir versuchen, ihnen Mut zu machen. Man kann die Chemo schaffen. Es wird ja wieder gut.“

Inzwischen ist die Gruppe an der großen Tanne aus Drammen angekommen. „Sport und Bewegung sind ganz wesentlich in der Therapie gegen Krebs“, erzählt Michaela Göbel. Bewegung stärke Körper und Seele gleichermaßen.

Michaela Göbel ist froh, dass sie so viel Unterstützung aus dem Städtischen Klinikum und vom Förderverein des Klinikums erhalten habe. Inzwischen sind zwei weitere Mitarbeiterinnen des Klinikums hinzugekommen. Sie walken mit und stehen als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung: Kerstin Krake und Kerstin Koch.

In der Gruppe mitzumachen kostet nichts. Und: Alle Frauen, die von der Krankheit betroffen sind, können sich der Gruppe anschließen. Sie müssen auch nicht im Städtischen Klinikum operiert worden sein. Die Walkinggruppe unternimmt auch Aufenthalte wie zum Beispiel im Kloster Drübeck und organisiert Besichtigungen. So haben sich die Frauen unter anderem den Rettungshubschrauber Christoph 30 angeschaut.

Nach einer Stunde ist Schluss mit dem Walken über den Weihnachtsmarkt. Die Frauen haben sich im Winterwald einen Tisch bestellt: Es gibt Glühwein und Eierpunsch!

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