In einem Projekt erleben Schüler, wie Wahlen funktionieren

Wolfenbüttel  Mehr als 200 Zehntklässler des Gymnasiums im Schloss nehmen an einer Juniorwahl teil. Dabei können sie abstimmen, wie bei der Europawahl.

André Maseli und Juliane Holfeld (rechts) geben im Schlossgymnasium ihre Stimme für die Juniorwahl ab.

Foto: Kai-Uwe Ruf

André Maseli und Juliane Holfeld (rechts) geben im Schlossgymnasium ihre Stimme für die Juniorwahl ab. Foto: Kai-Uwe Ruf

An den offiziellen Europa-Wahlen am Sonntag dürfen sie noch nicht teilnehmen, weil sie zu jung sind. Wie die Stimmabgabe funktioniert, können die 16- und 17-Jährigen aber im Rahmen eines Unterrichtsprojekts mit dem Namen Juniorwahl hautnah erleben.

In einem kleinen Raum des Schlossgymnasiums stehen drei Wahlkabinen, dahinter sind Computer platziert. Die Schüler geben ihre Stimme elektronisch ab. Bei der Juniorwahl gibt es weder Wahlurnen noch Stimmzettel aus Papier. Die abgegebenen Stimmen werden elektronisch erfasst und in einem bundesweit System registriert.

Am Wahlsonntag ab 18 Uhr wird man sie im Internet sehen können und kann damit Rückschlüsse auf das Wahlverhalten der Jugendlichen ziehen.

Obwohl die Stimmen nicht für die offizielle Wahl zählen, kommt ihnen so eine gewisse Bedeutung zu. „Man sollte die Juniorwahl ernst nehmen“ meint Jana Budaeva, mit Blick auf die Auswertung: „Die Ergebnisse werden im Internet preisgegeben. Wenn viele Schüler nicht ernsthaft wählen, entsteht ein schlechter Eindruck.“

Eine Juniorwahl in der Schule zu organisieren sei eine gute Idee, weil man dadurch wisse, wie eine Wahl wirklich abläuft. Wichtig sei auch die richtige Europawahl am Sonntag, meint die 16-Jährige. Durch sie habe man Einfluss auf die Politik in Europa.

Die Wahl in der Schule haben die zehnten Klassen organisiert, erzählt Politik- und Deutschlehrerin Hendrikje Pfau. Wie bei einer richtigen Wahl gibt es Wahlbenachrichtigungen. Fünf Schülerinnen sind in die Rolle von Wahlhelferinnen geschlüpft. Sie geben die Wahlunterlagen aus und kontrollieren, dass niemand zweimal zur Stimmabgabe antritt.

DIE JUNIORWAHL

Zur Europawahl findet bundesweit eine Juniorwahl an Schulen statt. Laut dem Verein Kumulus, der die Wahl organisiert, sind mehr als 200 000 Schüler an knapp 1000 Schulen angemeldet..

Unterstützt wird die Juniorwahl vom Bundesministerium für Familie und Jugend, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Europäischen Parlament.

Zur Wahl stehen die gleichen Partien wie bei der Europawahl am Sonntag.

Die Idee stammt aus den USA.

Internet: juniorwahl.de

Das Projekt lässt die Schüler ein Stück Politik praktisch erleben, betont Hendrikje Pfau. „Das schafft zusätzliche Motivation. Für viele ist das Thema Europa sonst sehr abstrakt.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (1)