Wenn Cello auf Akkordeon trifft

"TonArt"-Sommerfest und Konzert in Verbindung mit dem Internationalen Musikfest Goslar-Harz

Cellist Lukasz Grzechnik und die Akkordeonistin Anita Trajilovic spielen im Garten des Klosters.   

Foto: privat

Cellist Lukasz Grzechnik und die Akkordeonistin Anita Trajilovic spielen im Garten des Klosters.    Foto: privat

HEININGEN. Die Kulturinitiative "TonArt" veranstaltet in jedem Jahr gemeinsam mit dem Internationalen Musikfest Goslar-Harz (früher Goslarer Konzertarbeitswochen) ein Konzert im Klostergut Heiningen.

Erneut war der Andrang groß, die Witterung war so, dass die Gäste einen milden Spätsommernachmittag erlebten.

Die Freunde und Mitglieder der Kulturinitiative genossen die sanften Klänge des Cello-Akkordeon-Duos LA schon auf der grünen Wiese vor dem malerischen Hintergrund des Klostergutes Heiningen bei Kaffee und Kuchen.

Der Genuss für die Sinne setzte sich im Barocksaal fort – zum Genuss hoher Kunst, den das Duo LA zu servieren wusste, so die Bilanz des Vereins TonArt.

Hinter dem Duo LA verbergen sich der polnische Cellist Lukasz Grzechnik und die serbische Akkordeonistin Anita Trajilovic, beide Absolventen an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und Gewinner zahlreicher erster Preise.

Überraschende Klangfarben sind die Stärke dieses Ensembles. Bekannte Werke erscheinen in unerwartetem Gewand und präsentieren sich in neuer klanglicher Mischung. Wie von einem Trio dargeboten, klang die Gambensonate g-Moll Johann Sebastian Bachs: Wie selbständige Instrumente stand die Mehrstimmigkeit der ursprünglichen Cembalobesetzung, hier umgesetzt vom Akkordeon, der Cellostimme gegenüber.

Und auch in Vivaldis e-Moll-Sonate ergaben sich orchestrale Effekte durch den ungewohnten Einsatz des Akkordeons – kaum zu glauben, wie vollendet und scheinbar mühelos Anita Trajivolic der barocken Polyphonie auf ihrem Instrument gerecht wird.

Ein vergleichsweise leichtes Spiel hatten die jungen Musiker mit der Melodienseligkeit in Fritz Kreislers "Liebesfreud-Liebesleid", bei der besonders das Cello zu einschmeichelnder Tongebung aufblühte.

In den moderneren Werken war das Akkordeon eher in seinem heimischen Element, zumal diese Stücke starken Bezug zur Folkore Spaniens und Lateinamerikas haben, auch wenn es darunter kein einziges Originalwerk für diese Besetzung gab.

So zeigte Manuel de Fallas "Suite Populaire Espagnol", ursprünglich für Gesang und Gitarre komponiert, ihre Herkunft aus der tristen Melancholie wie auch der überschäumenden Lebensfreude Spaniens.

Tief empfundene Gesanglichkeit kosteten die beiden jungen Musiker hier ebenso aus wie rhythmischen Überschwang. Darauf war der Saal in die Tangoinspirationen Piazollas getaucht, nur noch zu steigern durch Trognee-Gabuttis "Fleurs d’Andalusie", bei denen man die Tänzer geradezu durch den Raum wirbeln sah.

Lukasz Grzechnik absolvierte atemberaubende Passagen mit spielerischer Leichtigkeit, unterstützt von Anita Trajilovics impulsiver Rhythmik. Beifallsstürme rissen das Duo zur Wiederholung dieses Stückes als Zugabe hin.

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