„Das Bußgeld müsste erhöht werden“

Apelnstedt  Ein Leser sagt, die Apelnstedter Kreuzung sei sehr gefährlich. Die Polizei kennt die Gefahr und kontrolliert verstärkt.

Sichtschutzwände versperren seit vergangenem Jahr den Blick auf die Atzumer Kreuzung, um Autofahrer zum Stoppen zu zwingen.

Foto: Lisa Bertram

Sichtschutzwände versperren seit vergangenem Jahr den Blick auf die Atzumer Kreuzung, um Autofahrer zum Stoppen zu zwingen. Foto: Lisa Bertram

Ein Leser fragt auf dem Aufregerportal Alarm38:

„Stoppschilder an der Apelnstedter Kreuzung werden nicht beachtet. Müssten dort nicht Sichtschutzzäune aufgestellt werden?“

„Regelmäßig, wenn ich die Strecke von Salzdahlum oder Sickte kommend entlangfahre, fällt mir auf, dass die Stoppschilder von Hötzum oder von Apelnstedt kommend nicht beachtet werden. Es wird teilweise nicht einmal mehr abgebremst, sondern mit der selben Geschwindigkeit, in der ich fahre (Landstraße, 100 Stundenkilometer), über die Kreuzung gefahren“, ärgert sich unser Leser. „Dass das sehr gefährlich ist, bestätigen auch die regelmäßigen Unfälle an dieser Kreuzung. Hier besteht aus meiner Sicht dringender Handlungsbedarf, zum Beispiel durch einen Sichtschutz, der zum Abbremsen zwingt.“

„Die Situation an der Apelnstedter Kreuzung ist der Polizei und der Unfallkommission bekannt“, sagt Michael Kühne von der Unfallkommission. 2015 ereigneten sich zwei Unfälle an dieser Kreuzung: im März mit einem Schwerverletzten und im Mai mit einem Leichtverletzten. Bei beiden Unfällen hatte ein Autofahrer die Stoppschilder missachtet.

In den vergangenen drei Jahren ereigneten sich auf der Kreuzung acht Unfälle. „Die Situation an der Apelnstedter Kreuzung ist grenzwertig. Die Zahl der Unfälle ist an dieser Kreuzung aber zurückgegangen, seit wir dort vermehrt kontrollieren und Präsens zeigen“, sagt Kühne. „Wir beobachten das weiter. Sollte die Zahl wieder ansteigen, werden wir handeln. Maßnahmen könnten dann ebenfalls ein Sichtschutzzaun oder ein Kreisel sein. Anders als an der Atzumer Kreuzung gab es an der Apelnstedter Kreuzung jedoch weniger schwere Unfälle.“

2014 galten die B 79 zwischen Semmenstedt und Roklum und die Atzumer Kreuzung (L 630/ K4) laut Statistik als Unfallschwerpunkte. Die Polizei konnte im Fall der Atzumer Kreuzung handeln, stellte dort im Juli Sichtschutzzäune auf. Seitdem ist dort kein Unfall mehr passiert. Die Sichtschutzzäune wurden im September von Unbekannten zerstört, mussten erneuert werden.

ALARM38

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Neben den verschiedenen Möglichkeiten, die die Polizei zur Unfallreduzierung hat, also Verkehrskontrollen, Kreisel oder auch Sichtschutzzäune, sieht Michael Kühne das Problem aber an anderer Stelle: „Das Problem des Nichtbeachtens des Stopp-Schildes ist leider gängige Praxis im Straßenverkehr geworden. Die Überwachung ist besonders außerhalb geschlossener Ortschaften schwierig. Der Verstoß wird zu gering geahndet.“ Das Verwarngeld für das Missachten eines Stoppschildes beträgt 10 Euro, bei Gefährdung anderer 70 Euro. „Mit Vernunft kommt man da leider nicht weiter“, sagt Michael Kühne. Er ist der Meinung, dass eine saftige Erhöhung des Bußgeldes eher zum veränderten Verhalten führen würde. „Mindestens 200 Euro mit einem einmonatigen Fahrverbot und zwei Punkten, so wie bei Missachtung einer roten Ampel, würde helfen.“ Dem Sachbearbeiter im Bereich Verkehr gehe es dabei nicht um Geldmache – ein häufiger Vorwurf bei Verkehrskontrollen an die Polizei. „Es geht absolut um die Verkehrssicherheit und um nichts anderes.“

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