Studie: Weniger Gewalt unter Jugendlichen

Braunschweig  Die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen ist rückläufig. Als Grund vermuten Forscher auch die vielen "Anti-Mobbing-Teams" an den Schulen.

Zwei Schüler prügeln sich auf dem Schulhof.

Foto: Oliver Berg/dpa

Zwei Schüler prügeln sich auf dem Schulhof. Foto: Oliver Berg/dpa

Die Gewaltbereitschaft unter niedersächsischen Jugendlichen nimmt weiter ab. Das geht aus einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen hervor, für die 2013 und 2015 jeweils rund 10.000 Neuntklässler befragt wurden.

Während 2013 noch 7,9 Prozent der Jugendlichen erklärten, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Gewalttat ausgeübt zu haben, waren es 2015 nur 6,1 Prozent. Ein Grund dafür sei, dass Lehrer bei Konflikten immer öfter einschreiten würden. „Eine positive Entwicklung“, sagt auch der Sprecher des Landesschülerrates in Niedersachsen, Timo Le Plat. An vielen Schulen gebe es bereits „Anti-Mobbing-Teams“. „Die Ergebnisse der Studie bestätigen den Sinn dieser Teams.“

Der positive Trend schwäche sich mit Blick auf Langzeit-Daten allerdings ab, erklärt Marie Christine Bergmann, die die Studie mitverfasste. Besorgniserregend sei, dass immer noch jeder vierte Befragte bereits in seinem Leben Gewalt erleben musste. Dazu zählten Delikte wie Körperverletzung, Raub, Erpressung, aber auch sexuelle Nötigung.

Jugendliche mit Migrationshintergrund vor allem aus islamischen Ländern wurden Bergmann zufolge häufiger Opfer. Ihre Integration habe sich nicht verbessert, berichtet die Forscherin.

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