Niedersachsen besitzen mehr als 661.000 Waffen

Hannover  Sage und schreibe 151.619 Niedersachsen besitzen mindestens eine Schusswaffe - im Schnitt sogar vier Pistolen oder Gewehre.

Revolver aller Kaliber hängen in der Waffenkammer im Landeskriminalamt Hannover.

Foto: Peter Steffen/dpa

Revolver aller Kaliber hängen in der Waffenkammer im Landeskriminalamt Hannover. Foto: Peter Steffen/dpa

Niedersachsen ist Waffenland: Zwischen Nordsee und Harz gibt es derzeit mehr als 661.000 legale Waffen. Dies geht aus einer Anfrage der Grünen im Landtag hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Am 31. Dezember 2011 gab es nach Angaben des Innenministeriums 151.619 Waffenbesitzer. Unter den gemeldeten Waffen seien 175.381 Kurzwaffen und 485.679 Langwaffen.

Im bundesweiten Vergleich liegt Niedersachsen damit - was die absoluten Zahlen angeht - hinter Bayern und Nordrhein-Westfalen auf Rang drei. Umgerechnet auf die Einwohner belegt Niedersachsen mit 0,08 Waffen den fünften Rang. Spitzenreiter sind hier das Saarland und Sachsen mit jeweils 0,12 Waffen pro Bürger. Schlusslicht sind Berlin und Bremen mit 0,02 bzw. 0,03 Schusswaffen pro Einwohner.

Nach der Verschärfung des Waffengesetzes im Juli 2009 seien bis Ende 2011 knapp 15.000 Waffenbesitzer kontrolliert worden, schreibt das Innenministerium weiter. Knapp Zweidrittel der Kontrollen seien unangemeldet gewesen. In einem Fall wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil eine Waffe ohne Erlaubnis weitergegeben worden war. Insgesamt hätten die Waffenbehörden 2610 Beanstandungen gemeldet, etwa weil die Waffen nicht vorschriftsgemäß gelagert waren.

Zwischen Juli 2009 und Ende 2011 seien - so das Innenministerium - 514 Genehmigungen zum Besitz einer Waffe wegen Unzuverlässigkeit, mangelnder persönlicher Eignung oder Verstößen gegen andere Auflagen widerrufen worden. Die Zahl der Beanstandungen belege, dass die Kontrollen „intensiv fortgesetzt werden müssen“.

Das vom Bund der Kriminalbeamten und mehreren Opferverbänden geforderte generelle Verbot von großkalibrigen Handfeuerwaffen für Privatbesitzer würde aus Sicht des Hauses von Innenminister Uwe Schünemann (CDU) nicht automatisch mehr Sicherheit bedeuten. Die betroffenen Waffenbesitzer würden die dann verbotenen Waffen durch Kleinkalibrige ersetzen, die weiterhin erlaubt wären. „Dass hierdurch ein erheblicher Sicherheitsgewinn für die Bevölkerung unseres Landes entsteht, ist daher eher zu bezweifeln“, heißt es.

Generell sei mit der Novelle des Waffengesetzes 2009 die Sicherheit im Land verbessert worden. Wichtig sei aber, dass der Verfassungsschutz befragt werde, damit Extremisten auf legalem Wege nicht in den Besitz einer Waffe kommen könnten. dpa

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