Logo
Wolfenbüttel

Für Asse-Stabilisierung fehlt die Genehmigung

Streitgespräch zwischen Wolfram König, Bundesamt für Strahlenschutz, und Udo Dettmann, Verein Aufpassen

Karl-Ernst Hueske

REMLINGEN/WOLFENBÜTTEL. Auf einem Transparent hatte der Verein Aufpassen das Problem zusammengefasst, um das es in dem vom Jörg Albrecht (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) moderierten Streitgespräch in der Aula der Fachhochschule ging: "Salzstock Asse säuft ab. Endlagerung in Salz gescheitert. Desaster nach 40 statt 1 Million Jahre." Zum Streitgespräch waren angetreten: der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, und als Vertreter des Asse-II-Koordinationskreises, Udo Dettmann.

Der BfS-Präsident nannte als Ziel seiner Arbeit, einen besseren Weg für die Asse zu finden als den, der bisher beschritten wurde. Er stellte zudem fest: "Das Salzbergwerk Asse II ist und war nicht als Atommüllager geeignet." Durch den alten Betreiber seien jahrelang die Probleme verschwiegen worden, und zwar sowohl der Bevölkerung als auch den meisten Behörden.

Kritik äußerte König auch an den Versatzmaßnahmen, die eigentlich der Stabilisierung des Bergwerks dienen sollten. Das Einbringen des Salzes von der Halde Ronnenberg hatte zuvor bereits der Diplom-Geologe Ralf E. Krupp von der Arbeitsgruppe Optionenvergleich kritisiert.

Zum einen sei dadurch noch eine weitere Salzart in das Bergwerk gelangt, zum anderen sei es durch das Einblasen des Salzes nicht zu einer Verfestigung der Kammern gekommen. Dazu wären Betoninjektionen und Firstspaltverfüllungen erforderlich, die nun nachgeholt werden sollen. Einigen Besuchern der Veranstaltung gingen diese geplanten Stabilisierungsmaßnahmen nicht schnell genug. König wies auf die laut Atomrecht erforderlichen Genehmigungen hin.

Udo Dettmann, der unter anderem auch Umweltminister Sigmar Gabriel kritisierte (wir berichteten bereits), meinte, dass es darum gehe, ein Konzept für die Schließung der Asse zu finden, das mit den geringsten Nebenwirkungen verbunden sei. Er forderte einen Kriterienkatalog zum Vergleich der Schließungsmöglichkeiten, der vor den Gutachten zu den Optionen vorliegen müsse.

Außerdem müsse genau das radioaktive Inventar der Asse und dessen Zustand untersucht werden, forderte Dettmann. Für das Asse-Infozentrum in Remlingen wünschte er sich noch das Aufzeigen von Lösungsansätzen des BfS.

Abschließend bemerkte er: "Wir sehen die Rückholung der Abfälle als die derzeit beste Lösung an, um eine spätere unkontrollierbare Gefährdung zu vermeiden."

Anzeige
Zum Artikel
Veröffentlicht: 11.03.2009 - 22:00 Uhr
+ - Textgröße drucken
Fotos & Videos
ANZEIGEN
ANZEIGE
E-Paper
Titelseite
Die elektronische Ausgabe Ihrer Zeitung – Jetzt lesen!
ANZEIGE
ANZEIGE