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Wolfenbüttel

Der Pionier lernte dieTücken kennen

Städtisches Klinikum stellte Abrechnungssystem um

Stephan Hespos

WOLFENBÜTTEL. Fallpauschalen, Sonderentgelte, Abteilungspflegesätze: Vertrackte Abrechnungsmodalitäten wie diese gehören im Städtischen Klinikum Wolfenbüttel der Vergangenheit hat. Zu Jahresbeginn hat die Einrichtung freiwillig das ab 2004 für Krankenhäuser verbindliche System der diagnosebasierten Fallgruppen eingeführt. Das klingt nicht nur kompliziert – bislang ist es auch (noch) so.

Eineinhalb Jahre hat sich das Klinikum auf den Wechsel des Abrechnungssystems vorbereitet. Gleich 23Schulungen fanden für das Fachpersonal statt. Um die Anforderungen in Sachen Dokumentation von Krankheitsverläufen zu erleichtern, wurden alle Ärztezimmer mit Computern ausgestattet. Folge: Der Zeitaufwand eines Dokumentationsprozesses verringerte sich von rund 30 auf 5 bis 10Minuten. 284000 Euro kostete das Krankenhaus die Vorbereitung auf den Wechsel.

Probleme mit EDV

Wie Geschäftsführer Joachim Kröger gestern bei einem Seminar mitteilte, funktionierte das neue Fallgruppen-System aber keineswegs reibungslos: "In den ersten Wochen und Monaten dieses Jahres zeigte sich, dass die praktische Anwendung ihre Tücken hat", so Kröger. Von den Krankenhäusern, die sich entschlossen hatten, bereits in diesem Jahr auf das neue System zu wechseln, sei Anfangs auf Grund von EDV-Problemen keines in der Lage gewesen, korrekte Rechnungen zu erstellen. Dies habe zu erheblichen Mehrbelastungen der Arbeitnehmer geführt.

60Prozent fehlerhaft

Nach Angaben der gesetzlichen Krankenkassen, mit denen das Abrechnungssystem gemeinsam aus der Taufe gehoben wurde, seien bis zu 60Prozent der eingereichten Rechnungen fehlerhaft gewesen. Kröger: "Auch im Städtischen Klinikum konnten erst Anfang März korrekte Rechnungsläufe erfolgen."

Beim gestrigen Seminar sprachen Krankenhaus-Spitze und Vertreter der Krankenkassen über diese Probleme und über Lösungsmöglichkeiten. Vorgestellt wurde dabei ein computer-gestütztes Prüfsystem zur korrekten Abrechnung, das die Berliner Firma Lohmann & Birkner in Kooperation mit dem Wolfenbütteler Klinikum und der Berliner Charité erarbeitet hat.

Bei der Einführung des neuen Abrechnungssystems nimmt das Klinikum bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Verbindlich für alle deutschen Krankenhäuser wird das System zum 1.Januar 2004 eingeführt. Es soll insbesondere dazu beitragen, Kosten transparenter zu machen.

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Veröffentlicht: 11.04.2003 - 20:56 Uhr
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