Braunschweig bei Hundesteuer Spitze
Braunschweig Braunschweigs Hundehalter müssen tiefer in die Tasche greifen als Halter in anderen Städten der Region.
Für den ersten Hund zahlen sie 120 Euro, für den zweiten 144 und jeden weiteren 180. „Gefährliche Hunde“ kosten den Halter gar 600 Euro. Rund 1 Million Euro kassiert die Stadtverwaltung so Jahr für Jahr von den Besitzern.
Das sagen Hundebesitzer zur Hundesteuer
Norbert Maas, einst Initiator der Aktion „Freilauf für friedliche Hunde“: „Meiner Meinung nach liegt die Stadt Braunschweig mit ihrem Gebührensatz zu hoch – und dafür gibt es noch nicht einmal eine Gegenleistung.“ In anderen Städten und Landkreisen der Region zahle man deutlich weniger: in Helmstedt 60 Euro, in Gifhorn 78 und in Peine und Wolfenbüttel jeweils 84.
Die Hundesteuer, findet Maas, sei eine „Hundeverhinderungssteuer„ und nicht eben gerecht – nicht nur, weil sie keine Einkommensunterschiede kennt. „Wer als Braunschweiger etwa eine Cousine in Helmstedt hat, ist fein raus: Er holt sich mit ihrer Hilfe dort die Hundemarke und ist aus dem Schneider.“
Verena Geißler, Leiterin des Tierheims, hält privat drei Hunde – und zahlt dafür jährlich 444 Euro! „Ja, ich gebe viel aus und kriege dafür: nichts“, sagt sie. Die Kommunen hätten offenbar hinsichtlich Hunden unterschiedliche Ansichten.
Wie wird kontrolliert, ob Hundehalter ihre Steuern bezahlen?
Rainer Keunecke, Sprecher der Stadtverwaltung: Im Rahmen seiner Rundgänge schaue der Zentrale Ordnungsdienst (ZOD) „sporadisch auch nach, ob ein Hund seine Marke trägt“. Kontrolliert werde insbesondere, wenn es einen Vorfall mit einem Hund gegeben hat.
Wie oft kommt es vor, dass nicht bezahlt wurde? Was passiert dann?
Das Nichtanmelden eines Hundes stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Sie kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Es richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls und beträgt in der Regel ab 130 Euro, wenn bis zu einem Jahr keine Hundesteuer entrichtet wurde. Der Ausfall bei der Hundesteuer – also Hundesteuer, die trotz ordnungsgemäßer Anmeldung des Tieres nicht gezahlt wird – liege etwa im „mittleren einstelligen Prozentbereich“.
Wofür wird die Hundesteuer entrichtet, wofür bezahlt der Halter?
Keunecke: „Hundesteuer dient bundesweit der Regulierung des Hundebestandes. Die Einnahmen fließen in den Haushalt der Kommunen und werden zur Finanzierung aller kommunalen Aufgaben mitverwendet. Die Steuer wird also nicht zur Finanzierung einer bestimmten Leistung – etwa die Reinigung der Straßen von Hundekot - erhoben.“
Gibt es Braunschweig besondere „Angebote“ für Hunde?
Am Bereich Nußberg/Franz’sches Feld dürfen Hunde frei laufen.


