Alstom sucht nach Gründen, warum Straßenbahnen entgleisten
Braunschweig Warum genau drei Straßenbahnen in Braunschweig entgleisten, bleibt weiter unklar. Per Computer will nun Hersteller Alstom auf Fehlersuche gehen.
Bis in den späten Abend hatten Montag Experten der Verkehrs-AG und Alstom die Unfälle und mögliche Ursachen diskutiert. Die entgleisten Bahnen wurden untersucht, aber auch die Schienen am Hagenmarkt. Zwischenfazit, so die Verkehrs-AG in einer schriftlichen Stellungnahme: „Ein grundsätzlicher Konstruktionsmangel am Fahrzeug konnte bislang nicht festgestellt werden.“
Die Frage nach einem Konstruktionsfehler stand deshalb im Raum, weil sämtliche entgleisten Bahnen Baujahr 2007 waren und bei Alstom in Salzgitter gefertigt wurden. Zudem waren zwei weitere Bahnen des Typs Anfang 2011 in Darmstadt entgleist.
Allerdings: Die sogenannten Gleitplatten, die für die Beweglichkeit der Bahnen in Kurven sorgen und bislang als wartungsfrei galten, sollen jetzt regelmäßig kontrolliert werden. Diese Gleitplatten stehen im Verdacht, nicht richtig zu funktionieren, wenn sie verschmutzt sind. Kontrolle und eventuelle Wartung der Gleitplatten waren in Darmstadt Folgen der Straßenbahn-Entgleisungen.
Warum die Verkehrs-AG die Information über mögliche Probleme mit den Gleitplatten nicht erhielt, diese Frage sei noch nicht diskutiert worden, so Verkehrs-AG-Sprecher Christopher Graffam: „Bei diesem Treffen ging es allein um technische Aspekte.“ Es werde allerdings ein weiteres Treffen in einigen Wochen geben, so kündigte Graffam an. Dann sollen Ergebnisse einer Computer-Simulation der Entgleisungen vorliegen.
Die Verkehrs-AG wird dazu Daten der Fahrzeuge und der Gleisanlagen liefern. Alstom will dann am Computer die Entgleisungen im Detail nachvollziehen, um eventuell weitere Gründe dafür zu finden, warum die Bahnen aus den Gleisen sprangen.
Auch in Darmstadt war Alstom so vorgegangen, konnte damals jedoch kein klares Bild von den Entgleisungsursachen gewinnen.
